Achtung, deutsche Autofahrer: Welche Verkehrsregeln gelten auf Mallorca?
Mallorca ist unbestritten eine der Lieblingsinseln der Deutschen. Allein 2024 zog es rund fünf Millionen Touristen aus der Bundesrepublik auf das größte Eiland der Balearen. Allerdings möchte nicht jeder Urlauber seine Zeit nur am Strand verbringen. Statt sich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen, möchte so mancher lieber die Städte und Naturschätze der Insel erkunden. Besonders gut klappt das auf vier Rädern. Doch Vorsicht: Die Verkehrsregeln auf Mallorca unterscheiden sich teils deutlich von denen zu Hause.
Geparkt werden darf nur rechts
Im Vergleich zur Fläche Deutschlands scheint Mallorca zwar nur eine kleine Insel zu sein. Dennoch würde es rund einen Monat dauern, sie einmal zu Fuß zu umrunden. Ein solches Experiment wagte 2022 der Brite Toby Vicente. In 28 Tagen ist der Fremdenführer stolze 600 Kilometer über die Mittelmeerinsel gelaufen.
Die meisten Urlauber mieten sich allerdings lieber einen Mietwagen, um von der einen Seite Mallorcas auf die andere zu gelangen.
Möchten sie das Auto schließlich in einer Stadt abstellen, um diese zu besichtigen, sollten sie sich unbedingt rechts halten. Denn obwohl mancherorts auch am linken Fahrbahnrand Fahrzeuge parken, ist laut der mallorquinischen Straßenverkehrsordnung nur das Rechtsparken erlaubt.
Asphaltstraßen haben immer Vorrang
Wie auch in Deutschland gilt in Spanien das Rechts-vor-links-Fahrgebot. Ist jedoch keine Beschilderung vorhanden, sollte man sich auf Mallorca nicht wundern, wenn plötzlich der Wagen von links auf seine Vorfahrt pocht.
Denn fährt dieser auf einer asphaltierten Straße und man selbst auf einem Schotterweg, hat man das Nachsehen. Grundsätzlich gilt nämlich auf der Insel: Asphaltierte Straßen haben immer Vorrang – ob ein Feldweg nun von rechts kommt oder nicht.
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Verbandskästen sind obligatorisch
Wer während einer Polizeikontrolle auf Mallorca kein Bußgeld kassieren möchte, sollte sich im Vorfeld darüber informieren, ob sich genügend Warnwesten im Auto befinden. Je Fahrzeuginsasse ist eine Weste Pflicht. Wichtig ist natürlich auch, sie im Fall einer Panne anzuziehen, wenn man das Auto verlässt.
Befindet sich aber kein Verbandskasten im Kofferraum, besteht kein Grund zur Panik. In Deutschland ist ein solcher Kasten zwar Pflicht, in Spanien jedoch nicht. Beobachtet man jedoch einen Unfall, muss man natürlich auch ohne vorhandene Verbandsmaterialien erste Hilfe leisten.
Blinken im Kreisverkehr ist nicht vorgeschrieben
Möchten Autofahrer in Deutschland einen Kreisverkehr verlassen, setzen sie zuvor den Blinker. Das geschieht auf Mallorca zwar auch – meistens – ist gesetzlich aber nicht vorgeschrieben. Stattdessen sieht die Straßenverkehrsordnung für Kreisverkehre nur eine einzige Regel vor: Wer sich bereits im Kreisverkehr befindet, hat Vorfahrt.
Mehr als 0,5 Promille sind nicht erlaubt
Alkohol am Steuer ist selten eine gute Idee. Geraten die Fahrer auf Mallorca betrunken in eine Fahrzeugkontrolle, können ihnen zudem saftige Geldbußen drohen. Zumindest dann, wenn sie einen Promillewert von über 0,5 erreichen. Bis dahin ist das Fahren erlaubt.
Wer etwas tiefer ins Glas schaut und sich mit mehr als 1,2 Promille hinter das Lenkrad setzt, begeht übrigens keine Ordnungswidrigkeit – sondern gleich eine Straftat. Diese ahndet der Gesetzgeber mit hohen Geldstrafen von mindestens 1.000 Euro. Außerdem können deutsche Urlauber ihren Führerschein in Spanien verlieren.
Kommt es unter Alkoholeinfluss am Steuer zu einem Sach- oder Personenschaden, können zudem Sozialstunden oder sogar eine Freiheitsstrafe von drei bis sechs Jahren drohen.
Achtung bei Einbahnstraßen
Nicht nur die Verkehrsregeln fallen auf Mallorca etwas anders aus als in Deutschland. Auch die Verkehrsschilder können bei Urlaubern leicht für Verwirrung sorgen. Das gilt insbesondere dann, wenn diese mit dem Auto plötzlich vor einer Einbahnstraße stehen.
Das deutsche Einbahnstraßenschild – rechteckiger Umriss, blauer Grund, weißer Pfeil – gibt es auf der Baleareninsel nicht. Auch keines, das diesem optisch gleicht. Stattdessen wird eine Einbahnstraße mit einem Einfahrt-verboten-Schild gekennzeichnet. Hierbei handelt es sich ebenso wie in Deutschland um ein rotes, rundes Schild mit weißem Balken.
Tipp: Um eine Einbahnstraße leichter zu erkennen, kann sich der Blick auf den Fahrbahnrand lohnen. Stehen dort rechts und links parkende Autos, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich tatsächlich um eine Einbahnstraße handelt.
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