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Die Geheimnisse der Kathedrale von Palma

Die bedeutendste Sehenswürdigkeit von Mallorca ist die imposante Kathedrale La Seu. Rund 800.000 Besucher zieht sie jedes Jahr in ihren Bann. Das atemberaubende Gotteshaus thront auf einer Anhöhe über dem Meer. Was viele Touristen nicht wissen, es gibt zahlreiche Mythen und spannende Geheimnisse, die sich um das Bauwerk ranken.

 

Die Geheimnisse der Kathedrale von Palma

 

Den Tod zu Füßen

Kaum ein Mensch, der die Kathedrale von Palma de Mallorca betritt, weiß, worauf er wandelt. Der Untergrund des Gotteshauses birgt eine dunkle und teilweise grausige Vergangenheit. Der angenehmste Fakt ist, dass sich dort die Grundmauern der einstigen Moschee befinden. Im Jahr 902 eroberten muslimische Herrscher die Baleareninsel. Die Hauptstadt hieß im Anschluss Medine Mayurqua. Eine Moschee wurde errichtet.

Die Geheimnisse der Kathedrale von Palma

Erst im 13. Jahrhundert gewannen die Christen die Oberhand über das Eiland zurück. Im Jahr 1230 legten die Arbeiter – unter König Jaume I. – zwar den Grundstein der heutigen Kathedrale, der eigentliche Baubeginn wird allerdings auf das Jahr 1306 datiert.

Vermutlich wurde die alte Moschee von den Christen noch mehrere Jahrzehnte als Gebetshaus genutzt.

Viele Gläubige ließen sich im Bereich unter der heutigen Kathedrale begraben. Das sollte ihre Seelen näher zu Gott bringen. Auch die rund 5.000 Opfer der katastrophalen Sturzflut von 1403 verwahrte man – mangels Alternativen – unter La Seu. Bei Ausgrabungen stoßen die Wissenschaftler deshalb immer wieder auf menschliche Überreste und sogar vollständige Särge. Nicht umsonst wird der Archäologin Magdalena Riera die Aussage zugeordnet: „Da steht man sofort bis zu den Knien in menschlichen Überresten."

Wer noch weiter in die Vergangenheit der Insel zurückreisen möchte, der besucht den Souvenirladen von La Seu. Unter einer massiven Glasplatte sind drei Steinsockel im Boden zu erkennen. Auf ihnen standen im Römischen Reich Götterstatuen, die eine Prachtstraße säumten. Leider wurde bisher nur die Marmorhand einer einzigen Skulptur gefunden. Besucher, die den Shop verlassen und auf der Straße Sant Roc flanieren, folgen dem originalen Verlauf der alten Römerstraße.

 

Die magische Acht – einzigartiges Lichtspiel

Weltberühmt sind die eindrucksvollen Rosettenfenster, insbesondere die beiden Exemplare im Ost- und Westflügel von La Seu. Sie besitzen einen Durchmesser von 13 Metern und insgesamt 1.116 Farbtöne. Jedes Jahr am 2. Februar und 11. November ereignet sich ein faszinierendes Schauspiel.

Die Geheimnisse der Kathedrale von Palma

Sowohl an Lichtmesse als auch am Sankt-Martins-Tag tritt um 8:00 Uhr morgens das Sonnenlicht am Rosettenfenster des Ostportals ein. An der gegenüberliegenden Seite des Gebäudes spiegelt es sich, wodurch ebenda das Abbild einer bunten Rosette erscheint.

Dieses bildet sich direkt unter dem dort befindlichen Rosettenfenster, sodass sich eine magische Acht formt. Das Ereignis dauert rund eine Stunde und ist vom Wetter abhängig.

Die Acht steht in der kirchlichen Symbolik für die Auferstehung und den Neubeginn. In der Heiligen Schrift wird sie beispielsweise im Evangelium nach Matthäus erwähnt, wo die Auferstehung Jesu am achten Tag erwähnt wird. Auch in der Bergpredigt ist von acht Seligpreisungen die Rede.

Wer bei der Konstruktion und Anbringung der Rosettenfenster in der Kathedrale von Palma nun von einem baumeisterlichen Geniestreich ausgeht, der täuscht wahrscheinlich. Tatsächlich wird vermutet, dass sich das Lichtfest, das sich zweimal pro Jahr ereignet, rein zufällig ergibt.

Die Geheimnisse der Kathedrale von Palma

Neben den zwei bekannten Daten dürfen sich auch Weihnachtsurlauber auf ein magisches Lichtereignis freuen. Pünktlich zur Wintersonnenwende am 21. und 22. Dezember. Dieses Mal staunen die Besucher außerhalb, an der Westseite der Kathedrale. Die Lichtstrahlen fallen morgens in der Ost-Rosette ein und werden direkt aus der West-Rosette ausgeleitet. An der Fassade leuchtet das Glasfenster dadurch farbenfroh auf.

Wer Lust hat, diesen Moment direkt mit seinen Lieben zu Hause zu teilen, der greift zur Kamera. Den Schnappschuss wandelt die App von karten-paradies.de direkt in eine einmalige Postkarte um. Diese wird wahlweise als E-Card oder per Post an die Empfänger geschickt.

 

Überwiegend weibliches Glockenspiel

Im Glockenturm von La Seu hängen insgesamt neun Glocken übereinander. Sie sind der Größe nach sortiert, wobei die Unterste die Größte ist. Sie verfügt über ein stattliches Gewicht von 4.500 kg. Wird sie geschlagen, entsteht eine mächtige Vibration.

Damit dadurch keine Schäden an der Konstruktion entstehen, erklingt die größte Glocke nur zu ganz besonders wichtigen Anlässen. Die größte Glocke des Gotteshauses trägt übrigens den männlichen Namen N’Eloi. Ihre acht Gefährtinnen sind nach Frauen benannt: Na Bàrbara, N’Antònia, Sa Nova, Na Mitja, Na Tèrcia, Na Matines, Na prima und Na Picarol.

 

Begehrte Dachterrassenführung

Von April bis Oktober ist die Terrasse der Kathedrale geöffnet. Sie ist zu bestimmten Terminen zugänglich. Wer Interesse hat, von dort den fantastischen Ausblick auf die Altstadt und die Bucht der Playa de Palma zu genießen, sollte rechtzeitig reservieren. Es sind jeweils nur 20 Personen zugelassen.

Die Führung findet ausschließlich in spanischer Sprache statt, was der Erfahrung aber keinen Abbruch tut. Einwohner der Balearen erhalten den Eintritt zur Terrasse an jedem zweiten Samstag im Monat übrigens kostenlos.

 

Seefahrer in den Lüften

Das höchst gelegene Geheimnis von La Seu befindet sich im Glockenturm. Dort entdeckten Wissenschaftler eine uralte Wandzeichnung, auf der ein Schiff abgebildet ist. Dieses Abbild ist stimmig, bedenkt man, dass es in der einzigen gotischen Kathedrale angebracht ist, die direkt am Meer erbaut wurde. Der Glockenturm ragt übrigens genau an der Stelle in den mallorquinischen Himmel, an der das Minarett der ehemaligen Moschee stand.

 

Tipps für Besucher

Neben den zahlreichen Mythen und Geheimnisse rund um die Kathedrale von Palma, gibt es auch offensichtliche Schätze. Unweit der umstrittenen Seitenkapelle von Miquel Barceló aus dem Jahr 2007, erfreut sich auch der Hauptaltar des weltberühmten Architekten Antoni Gaudi großer Besucherscharen.

Das gesamte Bauwerk bietet unzählige, spannende Details und Hintergründe, weshalb eine Führung sinnvoll ist. Alternativ gibt es auch Audioguides zum Mieten.

Geöffnet ist die Kathedrale von Palma de Mallorca:

  • 1. April – 31. Mai sowie 1. bis 31. Oktober: Montag bis Freitag, 10:00 bis 17:15 Uhr
  • 1. Juni – 30. September: Montag bis Freitag, 10:00 bis 18:15 Uhr
  • 2. November bis 31. März: Montag bis Freitag, 10:00 bis 15:15 Uhr
  • Ganzjährig samstags, 10:00 bis 14:15 Uhr

Ausnahmen sind verschiedene Feiertage, an denen das Gotteshaus für Besichtigungstouren geschlossen bleibt. Die jeweiligen Daten werden auf der Webseite der Kathedrale von Palma de Mallorca bekannt gegeben.

 

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